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Bremsenstich unter dem Mikroskop

26-11-2025
Gina

Was beim Pferd passiert, wenn die Bremse zusticht

Pferde auf der Weide oder in der Box schlagen mit dem Schweif, zucken mit der Haut oder werden unruhig. Häufig steckt ein unsichtbarer, aber schmerzhafter Auslöser dahinter: der Stich, besser gesagt der Schnitt einer Bremse. Diese Insekten gehören zu den aggressivsten Blutsaugern im Umfeld von Pferden. Doch was genau passiert beim Stich und warum reagiert der Körper des Pferdes so stark darauf?

Ein Blick unter das Mikroskop gibt Antworten.

Die Werkzeuge einer Bremse

Bremsen gehören zur Familie der Tabanidae und verfügen über speziell angepasste Mundwerkzeuge. Im Gegensatz zu Mücken, die mit einem feinen Stechrüssel arbeiten, besitzen Bremsen sägeartige Schneidwerkzeuge. Diese bestehen aus kräftigen Mandibeln (Oberkiefer) und Maxillen (Unterkiefer), die nebeneinander arbeiten, um die Haut mechanisch aufzuschneiden.

Das Ziel ist nicht ein einzelner Einstich, sondern eine kleine Wunde, aus der Blut austritt. Der eigentliche Blutfluss beginnt nicht durch Ansaugen, sondern durch Kapillaraustritt, den die Bremse anschließend aufleckt.

Zusätzlich injiziert sie Speichel mit gerinnungshemmenden Enzymen, die den natürlichen Wundverschluss verhindern. Diese Substanzen stören zugleich das Schmerzempfinden und unterdrücken kurzfristig die Immunreaktion, ein Trick der Evolution, der für den Wirt jedoch weitreichende Folgen hat.

Der Stich im Detail

  1. Mechanische Verletzung
    Die Mundwerkzeuge schneiden durch die Hautschichten und verletzen Gewebe und feine Blutgefäße. Es entsteht eine kleine, offene Läsion.
  2. Injektion von Speichel
    Der Speichel der Bremse enthält Antikoagulantien, Immunsuppressoren und lokal wirksame Enzyme. Diese verhindern nicht nur die Blutgerinnung, sondern verzögern auch die Reaktion des Nervensystems.
  3. Aufnahme des Bluts
    Die Bremse nimmt das austretende Blut mit ihrem Labium (Unterlippe) auf, das zu einer Art Leckrüssel geformt ist.

Dieser Prozess dauert meist nur wenige Sekunden, reicht aber aus, um Entzündungen und Folgereaktionen auszulösen.

Entzündung, Schwellung, Stress: Die Reaktion des Pferdekörpers

Die Immunantwort auf den Bremsenstich beginnt unmittelbar nach dem Eindringen der fremden Substanzen:

  • Histaminausschüttung führt zur Erweiterung der Blutgefäße und verursacht lokale Schwellungen, Rötungen und Juckreiz.
  • Die entzündliche Reaktion kann sich je nach Ort und Empfindlichkeit über mehrere Zentimeter ausbreiten.
  • Bei empfindlichen Tieren oder häufigen Stichen zeigen sich stressbedingte Verhaltensänderungen wie Unruhe, Kopfschlagen oder Meideverhalten auf der Weide.

Zusätzlich besteht das Risiko von Sekundärinfektionen, wenn Bakterien durch Reiben oder Scheuern in die Wunde gelangen.

Was bedeutet das für Pferdebesitzer?

Angesichts der intensiven Reaktion auf einen einzigen Stich ist Prävention entscheidend. Neben physischem Schutz wie Decken oder Masken hat sich der gezielte Einsatz von Bremsen-Bekämpfungsmitteln als besonders effektiv erwiesen. Produkte wie das BremsenStop-Spray schützen nicht nur Pferde wirksam, sondern sind durch die milden Inhaltsstoffe auch für Pferdebesitzer ausgezeichnet geeignet.

Die Wirksamkeit steigt, wenn außerdem Fallen mit Lockstoffen wie sie von Ecobusters angeboten werden, am Rand von Weiden, Paddocks oder Ausläufen installiert werden.

Fazit

Ein Bremsenstich ist mehr als nur ein kurzer Schmerz. Er löst im Pferdekörper eine Abfolge biologischer Reaktionen aus, die Entzündungen, Stress und Folgeprobleme verursachen können. Wer die Abläufe kennt, kann gezielter vorbeugen und seine Tiere wirksam schützen.